Kuzmina feiert ersten Sieg in Ruhpolding

Die Slowakin Anastasiya Kuzmina dreht in ihrer letzten Saison noch einmal richtig auf und gewann in der Chiemgau-Arena mit fehlerfreier Schießleistung den Sprint der Frauen.

Thursday, January 17, 2019

Die Führende in der Disziplinwertung Lisa Vittozzi blieb am Schießstand ebenfalls ohne Fehl und Tadel und wurde Zweite. Dahinter rangierte sich die Schwedin Hanna Oeberg ein, die ihren dritten Sprintplatz von Oberhof wiederholte. Beste Deutsche war Laura Dahlmeier, die Neunte wurde.

Anastasiya Kuzmina hat es nicht bereut, dass sie ihre Karriere doch noch bis zum Ende der Saison fortsetzen wird. Nach den ersten drei Weltcup-Stationen hat sie sich dafür entschieden. Der Sieg im Massenstart in Nove Mesto überzeugte sie schließlich vollends, noch drei Monate Wettkampfstress anzuhängen. Um so glücklicher war sie, dass sie hier in der Chiemgau-Arena endlich ihren ersten Sieg feiern konnte. „In Ruhpolding war ich eigentlich noch nie richtig gut. Jetzt bin ich so glücklich. Heute war alles perfekt: kein Wind, perfekte Ski und ein gutes Gefühl“, so die Slowakin, die sich in der Sprintwertung auf Platz drei und in der Gesamtwertung auf Platz vier verbesserte. Wenn sie so weitermacht, zählt die dreimalige Goldmedaillengewinnerin bei Olympischen Spielen bei den Weltmeisterschaften zu den heißen Medaillenkandidatinnen.

Dazu zählt sicher auch Lisa Vittozzi, die ihren Aufwärtstrend ebenfalls fortsetzen konnte, die nach zwei Siegen in Folgen nun mit Platz zwei wieder auf dem Podium Platz nehmen durfte. Von den zwei Siegen ließ sie sich jedenfalls nicht unter Druck setzen. „Ich habe kein Erfolgsgeheimnis. Ich bin ein ruhiger Typ und bleibe auf dem Teppich. Ich habe alles so gemacht wie immer und konnte mich voll auf den Wettkampf konzentrieren.“ Auch die Nähe der Zuschauer und deren Menge störte sie nicht. Sie blieb wie Kuzmina fehlerfrei und lieferte nach Kuzmina auch die schnellste Laufzeit ab. „Bei mir lief heute alles nahezu optimal. Deshalb bin ich auch mit dem zweiten Platz sehr glücklich.“

Komplettiert wird das Podium von Hanna Oeberg. Auch bei ihr ist dieses Ergebnis nur eine logische Folge der vergangenen Wochen. Zum sechsten Mal in Folge schaffte sie es in die Top Ten, wobei sie in schöner Regelmäßigkeit jedes zweite Mal auf Platz drei landet. Für die Schwedin, die unter ihrem Trainer Wolfgang Pichler oft in der Chiemgau-Arena trainiert, ist Ruhpolding ohnehin schon fast wie eine zweite Heimat. „Die Umgebung ist mir inzwischen sehr vertraut und mir gefällt es hier im Chiemgau. Ich fühle mich hier sehr wohl.“ So wie sich ihre Saison entwickelt, ist sie sehr glücklich. Im Gegensatz zu ihrem Trainer: „Wolfgang freut sich auch, aber ganz zufrieden ist er nie.“

Marte Roeiseland war gestern die beste mit einem Schießfehler und belegte wie schon im Sprint von Oberhof Platz vier. Die Weltcup-Führende Dorothea Wierer leistete sich einen Fehler, der einer zuviel war, um das Podest zu erklimmen. Die Französinnen boten eine geschlossene Teamleistung: Anais Bescond Vierte, Anais Chevalier und Justine Braisaz zeitgleich Siebte.

Das kann man auf deutscher Seite auch nicht sein. Manches lief sehr gut, in anderen Dingen besteht Nachholbedarf. Vor dem Rennen ruhten die Hoffnungen in erster Linie auf Laura Dahlmeier, die aber spürte schon nach den ersten Metern, dass es nicht richtig läuft. „Ich war total motiviert und habe mich richtig auf das Rennen gefreut, aber es war richtig hart. Ich musste zwischendurch immer wieder mal das Tempo rausnehmen.“ Im Ziel war sie sichtlich verausgabt. Die Krankheit kurz nach Weihnachten steckt ihr offenbar noch immer in den Knochen. Deshalb auch die Erkenntnis: „Ich muss mich erst Schritt für Schritt freilaufen.“ Trotzdem war sie mit dem neunten Platz beste Deutsche.

Am zufriedensten auf DSV-Seite war Franziska Preuß, obwohl sie einen Rang hinter Laura Dahlmeier ins Ziel kam. „Ich hab mich so gefreut auf den Wettkampf in meiner Heimat, ich war hochmotiviert. Hat echt Spaß gemacht. Die Bedingungen waren perfekt, null Wind, super Ski.“ Ihr Fehlschuss war „arschknapp“. „Ich hab gemerkt, die alte Power kehrt zurück.“

Obwohl die drittbeste Deutsche, als 17. kam Denise Herrmann zwar nah an die Top-15 heran, aber zu der fehlenden halben WM-Norm reichte es wieder nicht. Mit zwei Schießfehlern in Oberhof hätte es sicher gereicht, in Ruhpolding war das einer zuviel. Franziska Hildebrand war an Silvester krank und war deshalb mit Platz 18 zufrieden. „Ein Aufwärtstrend ist läuferisch erkennbar. Beim zehnten Schuss hab ich kurz nachgedacht und schon war er weg.“ So schnell kann man acht bis zehn Plätze verlieren. 19. wurde Karolin Horchler und war damit fünfte Deutsche unter den besten 20. Mannschaftlich ein Top-Ergebnis. Vanessa Hinz, die ebenfalls nach einer Krankheit in den Weltcup zurückkehrte und läuferisch noch Defizite hat, leistete sich zwei Schießfehler und wurde 38.