Vierter Sieg in Folge für Fourcade

Martin Fourcade siegte, Johannes Thingnes Boe wurde Dritter. Dazwischen platzierte sich der Tscheche Ondrej Moravec.

Mittwoch, Januar 10, 2018

Die äußeren Bedingungen ließen vermuten, dass man sich keinen Fehler erlauben dürfte, um zu gewinnen. Das war auch so, doch es gab eine Ausnahme, und die heißt Martin Fourcade. Er traf 19-mal und verfehlte das Ziel erst beim 20. und letzten Schuss und machte das Rennen dadurch noch einmal spannend. Denn Johannes Thingnes Boe startete sechs Nummern später und blieb ebenfalls dreimal ohne Fehl und Tadel. Doch selbst wenn Boe beim letzten Anschlag fünfmal getroffen hätte, ist zu bezweifeln, ob er Fourcade hätte schlagen können. Wie auch immer, auch Boe setzte einen Schuss daneben und hatte am Ende mehr als eine Minute Rückstand auf den Sieger.

 

Fourcades späte Liebe zum Einzel

Fourcade, der das vierte Mal hintereinander gewann, zeigte sich sichtlich zufrieden, war er doch diesmal auch in der Loipe klar schneller als Boe: „Ich bin gut in Form und sehr stolz auf meine Leistung. Den ersten Einzel habe ich relativ spät gewonnen. Aber inzwischen liegt mir dieser Wettkampf sehr. Ich liebe ihn.“ Boe gelang es trotz besserer Startnummer nicht mitzuhalten. „Ich wusste immer über Martin Bescheid, auch dass er beim letzten Anschlag einen Fehler schoss. Ich habe alles versucht und wollte unbedingt gewinnen, habe aber leider auch daneben geschossen.“

 

Perfekter Wettkampf für Moravec

Zuvor hatte Ondrej Moravec mit einer astreinen Schieß- und einer für ihn sehr starkten Laufleistung bereits eine Marke gesetzt. Fourcade konnte er zwar nicht gefährden, doch Boe konnte seine Strafminute gegenüber dem Tschechen nicht herauslaufen. Zum Vergleich: In Östersund war Moravec allein in der Loipe vier Minuten langsamer. Verständlich, dass der Tscheche rundum glücklich war: „Zu Beginn der Saison lief es überhaupt nicht, jetzt bin ich rundum zufrieden. Für mich war es ein perfektes Rennen und ist gleichbedeutend mit einem Sieg.“

 

Roman Rees Überraschungsvierter

Für die Sensation des Tages sorgte aber der viertplatzierte Roman Rees, der als letzter der 108 Starter ins Rennen ging, viermal fehlerfrei blieb und auch läuferisch mithalten konnte. Der 24-jährige Schwarzwälder vom SV Schauinsland absolvierte den Wettkampf seines Lebens und löste im Ziel das Ticket nach Pyeongchang.

 

Zu oft daneben gezielt

Arnd Peiffer und Simon Schempp lieferten eine solide Leistung ab. Für ein Topresultat waren es wieder einmal der eine oder andere Schießfehler zuviel. „Das ist zurzeit symptomatisch für mich“, so Pfeiffer. Schempp meinte: „Ich bin einigermaßen durchgekommen, aber in der vierten und fünften Runden hat mir der Rücken schon wieder wehgetan.“

 

Pech hatte wieder einmal Johannes Kühn. Druch Rees' Zieleinlauf fiel er auf den 16. Platz zurück. Der 15. Platz hätte seine zweite Teilqualifikation bedeutet. Benedikt Doll lief sehr gut, schoss aber zu oft daneben: „Stehend war ich nicht konzentriert genug.“ Er wurde 22. Anders die Situation bei Erik Lesser, der 63. wurde. Nach 14-tägiger Trainingspause war ihm klar, dass er noch nicht die Verfassung haben kann, um vorne mitzuhalten: „Mein Körper braucht noch einige Zeit. Beim Schießen wollte ich was probieren, das hat nicht geklappt.“

 

Abschied des Königs der Biathleten

Ole Einer Björndalen hat das Ticket zu seinen siebten Olympischen Spielen wohl endgültig verpasst. Nach zwei fehlerfreien Schießeinlagen war er noch voll auf Kurs, zwei Fehler liegend machten die Sache klar. Er würde keine Chance mehr haben. Die Fans feierten den früheren „König der Biathleten“ bis ins Ziel, wohl ahnend, dass dies sogar der letzte Auftritt Björndalens im Weltcup gewesen sein könnte.