Sieg für Deutschland

Mit dem Staffelerfolg holten die DSV-Damen endlich den ersten Podiumsplatz für Deutschland beim Weltcup in Ruhpolding.

Samstag, Januar 13, 2018

Allerdings stand der Sieg auf Messers Schneide, denn die Italienerinnen konnten so manches Defizit in der Loipe am Schießstand wettmachen. Dritter wurde wie schon in Oberhof Schweden.

 

Franziska Preuß, die immer noch nicht die ganze Olympianorm in der Tasche hat, bewies wie schon vor einer Woche in Oberhof, dass auf sie in der Staffel hunderprozentig Verlass ist. Zehn Schuss, zehn Treffer. Preuß übergab fünf Sekunden nach Lisa Vitozzi, die ebenfalls fehlerfrei blieb, an Denise Herrmann, die es mit der Einzelsiegerin Dorothea Wierer zu tun bekam. „In der Staffel spüre ich keinen Olympia-Druck. Heute fiel mir alles ganz leicht von der Hand. Jetzt muss ich das in den Einzelwettkämpfen in Antholz endlich umsetzen. Aber das Rennen heute hat mir mental sehr gut getan.“ Auch Bundestrainer Gerald Hönig war sichtlich erleichtert nach dem schwachen Abschneiden im Einzel. Zumal er auf Franziska Preuß zählt: „Auf eine so tolle Athletin wie die Franzi würde ich in Pyeongchang nur ungern verzichten.“

 

Herrmann gegen Wierer

Denise Herrmann war auf der Loipe stärker als Dorothea Wierer. Das war ebenso wenig eine Überraschung wie umgekehrt Wierer am Schießstand wieder alle Schüsse ins Ziel setzte. „Ich wollte sie auf der Strecke ein bisschen fordern“, so Herrmann, „aber davon hat sie sich nicht beeindrucken lassen. Gott sei Dank konnte ich in der Schlussrunde meine zwei Nachlader ausgleichen.“ Und sie überholen. Der Rückstand der Italienerinnen war mit drei Sekunden aber minimal.

 

Letzter Wechsel: Schweiz in Führung

Franziska Hildebrand erwischte als dritte Läuferin einen gebrauchten Tag. In der ersten Runde stürzte sie, beim Liegendanschlag brauchte sie alle drei Nachlader, und in der zweiten Runde verlor sie ihren Stock, weil sie die Schlaufe am Stock nicht richtig einrasten ließ. Mit einem guten Stehendschießen mit nur einem Nachlader konnte sie den Schaden auf 25 Sekunden begrenzen. In Führung lag sensationell die Schweiz. Selina Gasparin übergab mit 17 Sekunden Vorsprung an ihre jüngste Schwester Aita. Die konnte die Position aber nicht halten. Die Schweiz landete schließlich auf Platz acht.

 

Dahlmaier ringt Sanfilippo nieder

Laura Dahlmeier als Schlussläuferin ging die erste Runde noch etwas verhalten an. Doch mit nur einem Nachlader übernahm sie bereits die Führung. Zwar nur knapp vor der Schwedin Hanna Oeberg, doch die würde auf der Strecke chancenlos sein. Die härtere Konkurrenz kam aus Italien. Federica Sanfilippo blieb am Schießstand zweimal fehlerfrei, während Dahlmeier stehend gleich die ersten beiden Schüsse daneben zielte. Gemeinsam gingen die Italienerin und die Deutsche in die Schlussrunde. Aber wer gedacht hätte, Dahlmeier würde Sanfilippo schon am ersten Anstieg abhängen, sah sich getäuscht. Sie versuchte es, das ja, aber sie hatte es mit einer echten Kämpferin zu tun.

 

Sanfilippo wehrte sich mit Haut und Haaren, musste sich am Ende aber um zweieinhalb Sekunden geschlagen geben. „Ich habe mein Bestes gegeben. In der letzten Runde, das weiß ich, bin ich manchmal richtig stark“, so Sanfilippo nach dem Wettkampf, „aber Laura war noch ein bisschen stärker.“ Die Italienerinnen freuten sich über Platz zwei fast wie über einen Sieg. „Nicole (Gontier) und ich können heute feiern, weil wir nicht im Massenstart dabei sind. Wir trinken Glühwein“, meinte sie scherzhaft. Zu viel wird es nicht werden, nächste Woche steht deren Heim-Weltcup in Antholz an. Laura Dahlmeier verspürte über den Sieg wie auch der Rest des Teams Genugtuung: „Der Zweikampf gegen Federica war echt hart. Aber der Sieg war für uns alle sehr wichtig, weil wir zuletzt in den Einzelrennen nicht so überzeugen konnten.“

 

Schweden wieder Dritter

Die Schwedinnen konnten ihren dritten Platz von Oberhof wiederholen. Mit nur fünf Nachladern legten sie auf dem Schießstand den Grundstein für den Podiumsplatz. Mona Brorsson war total happy: „Ruhpolding ist unsere zweite Heimat. Von den Fans werden wir fantastisch unterstützt. Es war ein super Wettkampf!“

 

Auch für die Norwegerinnen und die Polinnen, die man nicht unbedingt auf der Rechnung hatte. Die Französinnen, immerhin Siegerinnen in Oberhof, aber ohne ihre Beste Justine Braisaz, liefen lange vorne mit. Zwei Strafrunden durch die Schlussläuferin Celia Aymonier, beförderten sie auf einen enttäuschenden neunten Platz.