Sieg für die Équipe tricolore

Eine ausgeglichen stark besetzte Staffel aus Frankreich gewinnt in Ruhpolding vor Norwegen, die diesmal auch am Schießstand überzeugen konnten. Die DSV-Damen eroberten nach einer soliden Leistung Platz drei.

Samstag, Januar 19, 2019

Die Französinnen zauberten einen Start-Ziel-Sieg in den Ruhpoldinger Schnee, der am Ende mit einem Vorsprung von 11,5 Sekunden auf dem Papier knapper ausfiel als er in der Realität war. Souverän präsentierten sich Julia Simon, Anais Bescond, Justine Braisaz und Anais Chevalier; zwar nicht so sehr auf der Loipe, doch am Schießstand trafen sie am zuverlässigsten von allen. Mit nur vier Nachladern kann man es auf der Strecke auch einmal ruhiger angehen. Dass sie siegen können, bewiesen sie im vergangene Winter zweimal, da gewannen sie die Staffeln von Oslo und Oberhof. Ausgerechnet die Unerfahrenste, Startläuferin Julia Simon, blieb am Schießstand cool und fehlerfrei und übergab sogar noch vor Dorothea Wierer auf Anais Bescond. „Im Team will man immer noch besser sein als allein.“

Chevalier: Wir waren optimistisch

Bei Justine Braisaz und Anais Chevalier, die zum ersten Mal als Schlussläuferin eingesetzt wurde, kam nach eigenem Bekunden Nervosität auf. Den schönen Vorsprung wollte man schließlich nicht verlieren. „Ich habe mir schon Druck gemacht am Schießstand, konnte mich aber gut konzentrieren.“ Anais Chevalier erzählte nach dem Wettkampf, dass „wir nach dem guten Mannschaftsergebnis im Sprint optimistisch waren und uns viel vorgenommen haben.“

Norwegerinnen diesmal zielsicher

Die Norwegerinnen blieb mit einer fehlerfreien Synnoeve Solemdal nach dem ersten Wechsel auf Schlagdistanz und lag nur 14 Sekunden zurück, die Schwachstelle war diesmal Ingrid Landmark Tandrevold, die stehend eine Strafrunde gerade noch vermeiden konnte, aber fast eine Minute hinter Frankreich an Tiril Eckhoff übergab. Die Sprint-Weltmeisterinn von 2016, die in diesem Jahr noch nicht einmal einen Top-15-Platz vorweisen kann, brauchte nur liegend einen Nachlader und lieferte die schnellste Zeit aller Staffelstarterinnen ab. Sie verkürzte den Rückstand auf Frankreich wieder auf 14 Sekunden. Marte Roeiseland ging als Schlussläuferin auf die Strecke: „Zwischen Frankreich und Deutschland eingeklemmt fühlte ich mich nicht wohl. Das hat mich richtig gefordert.“ Den Rückstand auf Frankreich konnte sie nicht verringern, mit Denise Herrmann im Rücken aber musste sie alles geben, um den zweiten Platz zu halten. Von außen gesehen aber war es so, dass die Plätze nach dem letzten Stehendanschlag quasi feststanden.

Ein paar Nachlader zuviel für den DSV

Die DSV-Damen konnten es ihren männlichen Kollegen zwar nicht nachmachen, aber mit Platz drei war das Quartett auch zufrieden. Ein paar der neun Nachlader waren sicher unnötig und kosteten eine bessere Platzierung. Vanessa Hinz tat sich auf der Loipe noch sichtlich schwer und benötigte pro Schießeinlage einen Nachlader. Der Rückstand auf die führenden Italienerinnen betrug beim ersten Wechsel bereits fast 40 Sekunden. Hinz war deshalb nur bedingt zufrieden: „Die Form kommt erst nach und nach zurück. Vorne ging die Post ab, da hatte ich auf der Strecke schwer zu kämpfen. Der Fehler im Liegendschießen war auch unnötig und ärgert mich.“ Laura Dahlmeier war am Schießstand beste Deutsche mit einem Zusatzschuss, den sie selbst schon im Schwarzen sah. Das Gewehr wollte sie schon schultern, als sie sah, dass die Scheibe doch nicht gefallen war. Dahlmeier war trotzdem zufrieden: „Läuferisch ging's besser als im Sprint. Ich konnte von Anfang an Druck machen, das Publikum hat mich zusätzlich angespornt.“

Franzi: Harter Kampf mit Tiril

Franziska Preuß wäre fast zu schnell gelaufen, so fühlte sie sich von den 22 500 Zuschauern in der Chiemgau-Arena angefeuert. Mit Tiril Eckhoff lieferte sie sich zwischendurch einen harten Kampf. „Mit den zwei Nachladern bin ich deshalb zufrieden, zumal ich sie die Patronen schnell einführen konnte.“ In der Schlussrunde gab sie noch einmal alles und konnte als dritte an Denise Herrmann übergeben, die mit einem Vorsprung von fast einer Minute auf Platz vier das Rennen anging. In Oberhof musste Herrmann als Schlussläuferin zweimal in die Strafrunde. Diesmal galt es, möglichst ohne auszukommen. Das hat sie geschafft, aber stehend schöpfte sie das Kontingent voll aus. Das war leider eine Patrone zuviel, um vielleicht noch Platz zwei anzugreifen.