Ruhpolding, ein gutes Pflaster für die norwegische Männerstaffel

Russen geben im Zielsprint den scheinbar sicheren Sieg aus der Hand.

Mittwoch, Januar 11, 2017

Mit dem Staffelwettkampf der Männer wurden schon am ersten Ruhpoldinger Wettkampftag die Nerven auf die Probe gestellt: Die Russische Staffel mit Alexey Volkov, Anton Shipulin, Matvey Eliseev und Anton Babikov lag zunächst lange in Führung, dies nicht zuletzt wegen den guten Schießleistungen der gesamten Mannschaft. Insgesamt leisteten sie sich nur zwei Nachlader, was bei  40 Schuss ein hervorragendes Schießergebnis darstellt. Auch Trainer Ricco Groß zeigt sich zufrieden: „Wir sind stolz auf diese Mannschaft. Sie waren zunächst in der Außenseiter-Rolle, haben sich aber hervorragend geschlagen“. Letztendlich landeten sie auf dem zweiten Platz, da sie auf der Zielgerade noch den Sieg an die Norweger, bestehend aus Ole Einar Bjoerndalen, Vetle S. Christiansen, Henrik Làbee-Lund und Emil Hegle Svendsen, abgeben mussten. Emil Hegle Svendsen, der in beiden Einlagen fehlerfrei blieb, überzeugte mit einer hervorragenden Laufleistung - obwohl es zunächst nicht sein Ziel war, den Sieg noch herauszulaufen. „Ich wollte mir eigentlich Simon Schempp vom Leib halten und sah dann irgendwann doch Anton vor mir“. Altmeister Ole Einar Bjoerndalen hat in Ruhpolding bereits schon einige Male auf dem Siegertreppchen gestanden: „Die Ruhpoldinger Strecken liegen uns. Hier konnten wir schon öfters gute Ergebnisse zeigen“. Die Norweger holten sich bereits im vergangenen Jahr die Goldmedaille in der Staffel von Ruhpolding.

Die furiose Aufholjagd der deutschen Staffel brachte das Ruhpoldinger Publikum in ein Wechselbad der Gefühle. Sowohl Erik Lesser, der sogar eine Extra-Runde drehen musste, als auch Benedikt Doll hatten ihre Probleme beim Stehendschießen. Und das trotz der perfekten Schießbedingungen, sodass zwischenzeitlich eine Minute Rückstand angezeigt wurde. „Der Schießstand verleitet dazu, zu überziehen. Ich wollte selbstbewusst sein, mein eigenes Spiel spielen.“ Doll hatte allerdings seinen „Ski mit Charakter“ dabei und brachte die deutsche Staffel wieder in Schlagdistanz. Er übergab mit einem Rückstand von 30 Sekunden an den dritten Arnd Peiffer. Lokalmatador Simon Schempp leistete sich insgesamt einen Nachlader und fuhr den dritten Platz sicher nach Hause.

Der vierte Platz ging an die Staffel der Ukraine. Fünfte wurde die Staffel der Tschechischen Republik.