Mäkäräinens erster Sieg in Ruhpolding

Nachdem sie die Sprintwertung schon anführte, aber noch ohne Sieg war, beschenkte sich Kaisa Mäkäräinen drei Tage nach ihrem 34. Geburtstag mit ihrem ersten Sieg in der Chiemgau-Arena überhaupt.

Samstag, Januar 14, 2017

Den zweiten Platz belegte die Weltcup-Führende Gabriela Koukalova vor Laura Dahlmeier. Alle drei blieben fehlerfrei.

 

Die frühen Startnummern hatten bei starkem Schneefall zu Rennbeginn eindeutig einen Nachteil, zumal die Niederschläge mit zunehmender Wettkampfdauer nachließen. Zu leiden hatte darunter auch Miriam Gössner, die als Siebte auf die Strecke musste. Drei Strafrunden stehend und langsamere Bedingungen – Gössner hatte deshalb nur die 23. Laufzeit –, katapultierten sie am Ende auf den 53. Platz.

Besser lief es bei der zweiten deutschen Starterin Franziska Hildebrand. Sie blieb zweimal fehlerfrei und übernahm zwischenzeitlich im Ziel die klare Führung. Bei ihr waren die Bedingungen „ganz gut“. Auf jeden Fall habe sie beim Laufen alles gegeben und landete schließlich auf dem 6. Platz mit knapp einer Minute Rückstand – eine gute Ausgangsposition für den Verfolgungswettkampf.

 

Mäkäräinen zweimal fehlerfrei

Am Sieg von Kaisa Mäkäräinen bestanden bald kaum noch Zweifel. Nach zwei zweiten Plätzen in Östersund und Oberhof, mit der Führung im Sprintweltcup und einem fehlerfreien Staffelrennen im Rücken konnte sie einen weißen Fleck aus ihrer Biathlon-Landschaft radieren. Es war nicht nur Mäkäräinens erster Saisonsieg, sondern auch ihr erster Triumph in Ruhpolding überhaupt. Mit zwei fehlerfreien Schießübungen schuf sie die Basis für den Erfolg, läuferisch war ihr an diesem Tag sowieso nicht beizukommen. „Ich wusste, dass man in Ruhpolding null schießen muss, um zu gewinnen und habe mich deshalb voll auf das Schießen konzentriert. Trotzdem schoss mir vor dem letzten Stehendschuss der Gedanke in den Kopf, was wäre, wenn ich nicht träfe. Doch zum Glück fiel die Scheibe.“ Die Finnin konnte sich auf den Weg zum Sieg machen. „In der letzten Runde habe ich noch einmal alles gegeben. Hier gibt es kaum Abschnitte, wo man sich ausruhen kann. Und langsam war es auch. Das war wirklich viel Arbeit.“ Sie hat sich aber gelohnt. Mäkäräinen war in der Spur klar die Schnellste und geht heute mit einem Vorsprung von 22 Sekunden in den Verfolger.

 

Koukalovas Fokus liegt auf der WM

Auch Gabriela Koukalova musste nicht in die Strafrunde abbiegen und stand zum fünften Mal in Folge auf dem Podium. Die Frage nach der Verteidigung des Gesamtweltcups will sie dennoch nicht mehr hören. „Auch wenn es schön ist, in Gelb zu laufen. Ich habe es schon so oft gesagt und sage es noch einmal: Meine Konzentration gilt in diesem Jahr der Weltmeisterschaft.“ Im vergangenen Winter holte sie einen Podestplatz nach dem anderen, doch ausgerechnet bei der WM in Oslo ging sie leer aus. Die späte Startnummer 64 sei ihr diesmal entgegengekommen, so Koukalova, „je länger der Wettkampf dauerte, um so schneller wurde es.“

 

Die Tschechin weiter in Gelb

Vom gelben Trikot will auch Laura Dahlmeier nichts wissen. Die Partenkirchnerin konzentriert sich ebenfalls voll auf die WM in Hochfilzen und dafür komme sie immer besser in Form. „Ich bin nach der längeren Wettkampfpause über Weihnachten wieder voll im Rennrhythmus und fühle mich sehr gut. Ich bin superhappy über den Podestplatz. An Kaisa konnten wir alle nicht hinschmecken.“

Auch wenn es Koukalova und Dahlmeier nicht interessiert, im Gesamtweltcup führt die Tschechin mit 533 Punkten vor der Deutschen mit 512 Zählern und Mäkäräinen, die nur vier Punkte weniger aufweist.

Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Maren Hammerschmidt, Dahlmeiers Siegkkolleginnen in der Staffel, hatten wie Gössner keinen guten Tag. Hinz und Preuß leisteten sich zwei Fehlschüsse. Platz 31 für Franziska Preuß, die bei dem langsamen Schnee noch die Folgen ihrer Krankheit zu spüren bekam und Platz 35 für Vanessa Hinz. Vier Plätze hinter ihr landete Maren Hammerschmidt, die gleich drei Strafrunden drehen musste. Das war für eine Spitzenresultat eindeutig zu viel.