Weltmeisterschaften in Ruhpolding
Zum vierten Mal AusrichterWenn vom 29. Februar bis 11. März 2012 die besten Biathleten der Welt in der Chiemgau-Arena um Medaillen schießen und laufen, ist Ruhpolding bereits zum vierten Mal Veranstalter von Biathlon-Weltmeisterschaften. Dann werden die Sportler in einer der modernsten Biathlon-Stadien optimale Bedingungen bei den Wettkämpfen vorfinden.
1979 waren bereits 26 Nationen am Start

Zum ersten Mal war das Stadion am Zirmberg 1979 Schauplatz einer Biathlon-WM. Athleten aus 26 Nationen fanden eine eher familiäre Atmosphäre in Ruhpolding vor. Die wenigen Zuschauer setzten sich zum Großteil aus Verwandten und Bekannten der Athleten zusammen. Die Bedingungen waren aber auch damals schon bestens. Die Sieger stellten in allen drei Wettbewerben die DDR. Klaus Siebert gewann das Rennen über 20 km vor dem heutigen IBU-Vizepräsidenten Alexander Tichonow aus der Sowjetunioin, Frank Ullrich siegte über 10 km, und in der Staffel gewann die DDR Gold vor Finnland und der Sowjetunion.
Bronze für die Herren-Staffel 1985

Sechs Jahre später hatte der Biathlon-Sport in der Bundesrepublik sein Schattendasein bereits abgestreift. Einen großen Anteil daran hatten vor allem die olmypischen Medaillengewinner 1984 Peter Angerer (SC Hammer), Ernst Reiter (SC Eisenärzt), Fritz Fischer und Walter Pichler (SC Ruhpolding), die allesamt in Ruhpolding trainierten. 30 000 Zuschauer kamen an drei Wettkampftagen ins Stadion am Zirmberg, und das Fernsehen übertrug die Rennen live. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass die Biathleten auch diesmal wieder beste Bedingungen vorfanden. Über 10 km blieb Frank-Peter Roetsch aus der DDR siegreich. Er verwies den Norweger Eirik Kvalfoss und den Südtiroler Johann Passler auf die Plätze. Fritz Fischer belegte Platz sechs, Peter Angerer wurde Achter und Herbert Fritzenwenger Zehnter. Das 20-km-Rennen gewann der Russe Juri Kaschkarow vor Frank-Peter Roetsch und Tapio Piipponen aus Finnland. Diesmal war Ernst Reiter bester bundesdeutscher Athlet als Sechster. Peter Angerer (10.), Fritz Fischer (16.) und Herbert Fritzenwenger (22.) schlugen sich achtbar. In der Staffel holten die Ruhpoldinger Biathleten Walter Pichler, Herbert Fritzenwenger, Peter Angerer und Fritz Fischer eine umjubelte Bronze-Medaille. Es gewann die Sowjetunion vor der DDR.
WM 1996 in der Chiemgau-Arena

1996 veranstaltete Ruhpolding eine Biathlon-WM der Superlative. Die Zuschauerkulisse und das Medienaufgebot übertraf alles bisher Dagewesene im Biathlon. Die neue Chiemgau-Arena sorgte für eine einmalige Atmosphäre, die sich auch bei den jährlichen Weltcup-Veranstaltungen mit zuletzt über 90 000 Zuschauern an fünf Welttkampftagen präsentierte. Damen-Weltmeisterschaften wurden seit 1984 ausgetragen, fanden aber getrennt von der Herren-WM statt. Erst seit 1989 wurden die Weltmeisterschaften der Damen und Herren gleichzeitig an einem Ort ausgetragen. Das 7,5-km-Rennen der Damen 1996 gewann Olga Romasko (Russland) vor Ann-Elen Skelbreid (Norwegen; Schwester von Liv-Grete) und Magdalena Forsberg (Schweden). Über 15 km siegte die Französin Emmanuelle Claret vor der Russin Olga Melnik und der Ukrainerin Olena Petrowa. In beiden Rennen liefen die deutschen Damen der Spitze hinterher. Lediglich Simone Greiner-Petter-Memm kam über 15 km als Zehnte in die Top Ten. In der Staffel dagegen holten Uschi Disl, Petra Behle, Simone Greiner-Petter-Memm und Katrin Apel Gold vor Frankreich und der Ukraine. Auch beim Team-Wettbewerb holte Deutschland in derselben Besetzung Gold. Diesmal vor der Ukraine und Frankreich. Bei den Herren landete Russland über 10 km mit Wladimir Dratschow und Viktor Maigurow einen Doppelsieg. Bronze gewann der Italiener René Cattarinussi. Über 20 km gab es erneut einen russischen Doppelsieg. Sergei Tarassow und Wladimir Dratschow holten Gold und Silber, Dritter wurde Wadsim Saschuryn. Frank Luck wurde als bester Deutscher Achter. In der Staffel bewiesen die Russen erneut ihre Dominanz und wurden Weltmeister. Silber ging an Deutschland mit der Besetzung Ricco Gross, Peter Sendel, Frank Luck und Sven Fischer. Bronze gewann Weißrussland. Den Team-Wettkampf gewann Weißrussland vor Russland und Italien. Deutschland wurde nur Sechster.
Dreimal Jurnioren-WM

Auch Junioren-Weltmeisterschaften wurden in Ruhpolding ausgetragen: 1979 zusammen mit den Herren, 1993, als Ole Einar Björndalen dreifacher Junioren-Weltmeister wurde, und 2008, als Eurosport live übertrug und Magdalena Neuner ihre zwei letzten von insgesamt sieben Junioren-Weltmeistertitel gewann.